Yamaha World Business Meeting 2008 in Destin/Florida USA
Yamaha USA lud seine stärksten Händler aus aller Welt zur Präsentation der 2008er Modelle nach Destin/Florida ein und die Spannung war groß. Denn nach Jahren des Wartens, versprach Yamaha seinen Händlern nun endlich ein neues Highlight am Markt zu platzieren.
Die deutsche Delegation bestand aus dem Leiter der Yamaha Marine Abteilung, Herrn Thomas Schütz und den Inhabern der Fa. Jet- Porda und WT- Funsports, nämlich Thomas Porda und Tom Mietzner.
Die Präsentation
Nach einer beeindruckenden Powerpoint- Präsentation der 2008er Modelle und den neuen Technologien, wurde der Ausstellungsraum geöffnet, in dem alle Fahrzeuge ausgestellt wurden.
Hier waren alle neuen Modelle live zu sehen und zu fassen. Besonders ins Auge stachen natürlich die 4 neuen FX SHO Modelle, die in allen Farben und Ausführungen zu bestaunen waren. So gab es die sportlichen Modelle FX-SHO in blau und schwarz zu sehen, sowie die sehr edel anmutenden FX-SHO Cruiser in den Farben rot und silber.
Die neue Hülle
Sowohl die SHO als auch die HO Modelle des Vorjahres sind nun in 2008 mit einer Hülle aus einem neuen Werkstoff versehen. Yamaha nennt ihn NanoXcel. Dieser Werkstoff ist widerstandsfähiger als der bisherige SMC und dabei, bei gleicher Materialmenge 25% leichter.
Dies bringt natürlich bei gleicher Leistung der Vorjahresmodelle aus der HO Reihe, deutlich besser Fahrwerte.
FX-SHO in schwarz
FX-SHO in blau
Lightweight NanoXcel Hülle für FX-HO und FX-SHO und Cuiser
Der neue Motor
Das größte Interesse der Händler lag natürlich in der Motorisierung
der neuen Modelle, denn hier haben Sea Doo und Kawasaki die Meßlatte in
den letzten Jahren bekannter Maßen sehr hoch angelegt. Yamaha setzt wie
schon all die Jahre zuvor auf Qualität und Haltbarkeit, deshalb fällt
der Motor im Vergleich zur Konkurrenz mit 1812 ccm und 4 Zylindern sehr hochvolumig
aus. Der Motor durchlief nach Angaben der Werkstechniker sehr viele Testzyklen
und Dauertests auch unter widrigen Salzwasser Bedingungen und hat diese Tests
ohne Probleme bestanden. Es ist der einzige aufgeladene Motor im Markt der sich
mit Normalbenzin begnügt und auch von allen Herstellern den niedrigsten
Ladedruck nutzt.
Auch dem technisch unbedarften Interessenten ist klar, dass bei größerem Hubraum und ähnlicher Leistung, ein Motor insgesamt bei gleichen Fahrwerten weniger belastet wird und somit mit einer längeren Lebensdauer zu rechnen ist.
Die Leistung
Yamaha gibt eine Leistung von ca. 210 PS (154 kW) an. Damit liegt
der SHO ungefähr im Bereich des Sea Doo RXT mit 215 PS und etwas
unter der Leistung des Kawasaki Ultra 250 mit 250 PS. Zu Beachten
ist allerdings das Leistungsgewicht der Fahrzeuge, d.h. wie viel
Leistung dem Fahrer pro Kilo Fahrzeuggewicht zur Verfügung stehen,
und hier liegen alle Fahrzeuge ganz eng beieinander.
Yamaha FX-SHO 210 PS/376 Kg PS
pro Kilo 0,56
Sea Doo RXT 215
PS/370 Kg PS
pro Kilo 0,58
Kawa Ultra 250 250
PS/410 Kg PS
pro Kilo 0,61
Yamaha hat außerdem die komplette Jetpumpe überarbeitet um die Leistung noch besser umzusetzen.
Testfahrt mit dem FX HO
Langer Rede kurzer Sinn, am Besten sieht man wie etwas funktioniert wenn man
es ausprobiert. Um den Vorteil der leichteren Hülle zu spüren testete
ich als erstes Fahrzeug den FX HO mit 160 PS, der nun mit der neuen NanoXcel
Hülle versehen ist. Vor kurzem bin ich noch das 2007er Modell gefahren,
so dass ich hier Vegleichsmöglichkeiten hatte. Man spürt tatsächlich
deutlich, dass der neue Rumpf insgesamt viel leichtfüssiger ist und der
Jet hierdurch deutlich spritziger als zuvor wird. Die 15 Minuten Testzeit,
die mir zur Verfügung
standen, nutzte ich intensiv um den Rumpf auch im Rauwasser hinter
vorausfahrenden Jets zu testen. Besonders hervor sticht die Gutmütigkeit
des Rumpfes, den auch extrem unruhiges Wasser nicht aus der Ruhe bringt.
Selbst dieser Jet mit „wenig Leistung“ vermittelt ein kraftvolles Fahrvergnügen und lässt eigentlich an Leistung und Höchstgeschwindigkeit nichts vermissen. Für Jetfahrer die nicht unbedingt als Erster an der ersten Boje sein müssen, ist der neue FX HO sicher ein guter Kompromiss aus Qualität, ausreichender Leistung und sehr viel Fahrkomfort, den der ein oder andere Mitbewerber bei raueren Wasserverhältnissen vermissen lässt.
Testfahrt mit dem FX SHO
Doch nun zum Highlight der Veranstaltung. Der schwarze FX-SHO machte auf mich den optisch sportlichsten Eindruck, aus diesem Grund habe ich mich auch anschließend gleich auf dieses Fahrzeug geschwungen.
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Ausfahrt zur Teststrecke
Der neue Slogan von Yamaha für den SHO heißt Power & Intelligence, dies konnte der Jet nun in den nächsten 15 Minuten unter Beweis stellen. Gleich bei der Abfahrt testete ich nun den intelligenten Rückwärtsgang. Wenn dieser eingelegt wird, begrenzt die Elektronik die Motordrehzahl auf 3500 Umdrehungen. Dies ist die effektivste Drehzahl um Rückwärts zu fahren und selbst wenn man Vollgas gibt, wird sie nicht überschritten. Langsamer zu fahren funktioniert natürlich immer noch.
Vorwärtsgang rein und weiter ging es. Am Gashebel befindet sich ein blauer Knopf mit dem Aufdruck „no wake modus“. 3 Sekunden drücken und es piept 2 mal. Danach hebt sich die Drehzahl des Motors leicht an und der Jet fährt mit ca. 5 Meilen, ohne Wellenschlag und ohne Finger am Gashebel. Ideal um aus einem Hafen herauszufahren. Der Motor flüstert leise vor sich hin und einmal kurz am Gashebel getippt schaltet sich der Modus, gefolgt von einmaligem Piepen, wieder aus.
Nach der Ausfahrt des Hafens habe ich den Hebel dann durchgezogen und wurde äußerst angenehm überrascht. Der Jet zieht kraftvoll und super leichtfüßig durch die Wellen und bei Vollgas fängt das Gesicht an zu flattern, so wie bei den Mitbewerbern. Der Jet steht sowohl dem RXT als auch dem Ultra 250 in nichts nach, lässt sich aber insgesamt viel sportlicher fahren und schneidet sich wunderbar durch die Wellen.
Dies hat er auch beeindruckend in einem gerade veröffentlichten Test einer unabhängigen Einrichtung, nämlich Boattest.com unter Beweis gestellt. Den Film zum Test kann man sich hier anschauen: > zum Film
Die Cruisecontrol
Ein weiteres neues Feature, was sonst kein Hersteller anbietet, ist die Cruise
Control bzw. der
Tempomat. Jeder der schon mal Touren gefahren hat, weiß wie schwierig es
ist, besonders bei unruhigem Wasser, eine konstante Geschwindigkeit zu fahren.
Hier hat der SHO nun die Möglichkeit eine vorher über den Gashebel
gewählte Geschwindigkeit über die Set- Taste zu fixieren und über
Up und Down zu verändern. In diesem Modus muss aber anschließend der
Gashebel auf Vollgas gehalten werden, damit der „intelligente“ Jet
auch weiß, dass der Fahrer noch an Bord ist und nicht alleine auf „große
Fahrt“ geht. Es ist aber viel weniger anstrengend den Hebel auf Vollgas
zu halten, als ständig zu dosieren. Wird der Gashebel losgelassen, schaltet
sich der Modus wieder aus. Eine tolle Sache.
Einzelheiten zum Motor
Nun noch mal zum komplett neu entwickelten Motor, der im FX SHO verbaut ist.
Es handelt sich um einen 4 Zylinder 4 Takt Reihenmotor mit einem Hubraum von
1812 ccm mit 16 Ventilen. Der Motor wird über einen Kompressor aufgeladen
und verfügt über einen Ladeluftkühler. Neu in diesem Bereich
ist die Nass Sumpf Schmierung, hier wird das Öl nicht wie bei allen anderen
PWC Motoren in einem separaten Behälter ausgelagert, sondern verbleibt
im Motor. Dies vereinfacht für den Endverbraucher die Messung des Ölstandes
enorm. Irrtümliche Überfüllungen mit Motoröl sind hier
ausgeschlossen.
Der Kompressor wird über Zahnräder direkt von der Kurbelwelle angetrieben und ist somit fast nicht zu hören. Auch der erhöhten Belastung des Kompressors durch ständige Lastwechsel, wird durch einer speziell entwickelten Freilaufeinrichtung Rechnung getragen. Dieses System hat sich in den extremen Tests von Yamaha bewährt. Hier müssen keine Zahnriemen gewartet werden, wie bei dem Ultra 250 und es gibt auch keine Probleme mit gebrochenen Keramikscheiben wie bei Sea Doo.
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Fazit
Das Fahrzeug und der Motor machen insgesamt einen qualitativ sehr hochwertigen
und ausgereiften Eindruck und ich kann nur sagen: Yamaha
ist zurückgekommen
und zwar gewaltig.
Sicher wird nach Erscheinen dieses Berichtes wieder der ein oder andere qualifizierte Kritiker behaupten: „Der Porda muss das ja schreiben, er ist ja schließlich Yamaha Händler.“
All diese Leute lade ich gerne ein, den FX-SHO im Frühjahr bei mir selbst ausführlich zu testen und dann ein Statement abzugeben. Natürlich sind auch alle anderen Interessierten herzlich eingeladen den Jet zu testen. Sobald ich das erste Fahrzeug zur Verfügung habe, werde ich dies bekannt geben.
Übrigens bieten 1812 ccm natürlich eine ausgezeichnete Basis für Tuningmaßnahmen, besonders bei dem momentan sehr niedrigen Ladedruck. Ganz sicher wird der FX-SHO auch in Zukunft in der Rennszene eine beeindruckende Rolle spielen.